Seiten


Die höchste, tiefste, allumfassendste Wahrheit ist für mich der unauffindbare, alles enthaltende Urgrund, den ich Quelle nenne. Hier sind alle Möglichkeiten, alle Bewusstseins- und Erfahrungsebenen des menschlichen, universellen und spirituellen Seins und Nichtseins enthalten und vereint. Sogar das oftmals als Wahrheit bezeichnete absolute Gewahrsein hat hier sein Zuhause und hört auf sich seiner selbst oder der Welt der Erscheinungen bewusst zu sein. Deshalb ist gerade dieser Urgrund paradoxerweise eben nicht erfahrbar.

Die Wahrheit kann nur "etwas" sein, was schon immer war und unter allen Umständen unberührt bestehen bleibt. Und eben ausschließlich dieser nicht erfahrbare Urgrund, über den sich nichts sagen lässt, ist auch vor jedem spirituellen Aufwachen schon gewesen und ebenso im Tiefschlaf und sogar im Tod oder nach dem Ende des Universums weiterhin unberührt vorhanden. 

Hierher gehört der Spruch:
"Die Wahrheit kann nicht gefunden werden. Denn alles, was gefunden werden kann, 
kann auch wieder verloren gehen."

Nichtsdestotrotz hat es immense, erlebbare Auswirkungen, sich selbst als diese ewige, stille Quelle zu erkennen und sogar in sie hineinzufallen und in dieser
unendlichen Unerfahrbarkeit zu verschwinden. Das ist das Aufwachen. Glückseligkeit, tiefer Frieden, Ichlosigkeit, aber auch intensive Transformationsprozesse auf allen
Ebenen können die Folge sein.

Hauptsache man nimmt es nicht persönlich ;-)
Denn nicht das Ich wacht auf, sondern die Quelle - durch die Illusion ein Ich zu sein hindurch, zu sich selbst.

Satsang Video vom Live-Erleuchtungskongress in Berlin 2016



Ich fand den Zugang zur vollkommenen inneren Stille während eines Winter-Retreats 2009 bei meinem wichtigsten Lehrer Christian Meyer. Als ich mich am Abend noch einmal zu Hause in Stille hingesetzt hatte geschah das Aufwachen. Es war wie ein nach innen Fallen in ein unbeschreibliches unendliches Schwarz, in dem Alles verschwindet. Es wurde scheinbar ausgelöst durch das "Zulassen und vollständige Fühlen aller Gefühle, die sich dann von selbst wieder auflösen oder verbrennen, wenn man nichts damit tut, außer sich in sie hinein- und dann hindurchfallen zu lassen" (so wie Christian es auch selber beschreibt).

Das hat bei mir nach kurzer Zeit zu einem dauerhaften Shift in Richtung Stille, Frieden und reinem Bewusstsein geführt, auch wenn das Aufwachen selbst letztendlich reine Gnade ist und nicht gemacht werden kann. In den folgenden Jahren hat sich das Aufwachen in mehreren größeren wahrnehmbaren Vertiefungsschritten (welche ich in meinen Texten beschreibe und auch schematisch darstelle) immer weiter vertieft und stabilisiert.

Ebenso wie die Ausrichtung auf das Aufwachen liegt mir die Reifung auf menschlicher Ebene am Herzen, die individuell sehr verschieden aussehen kann und darf. Ohne sie ist es meiner Erfahrung nach nicht möglich im quasi ständigen Gewahrsein der Stille und der inneren Freiheit zu leben. Dazu gehört für mich ständige Selbsterforschung auf persönlicher, menschlicher Ebene sowie auch auf spiritueller, ein immer reiferer und selbstständigerer Umgang mit den eigenen schwierigen Gefühlen, Themen und Symptomen, ebenso wie eine klare und authentische Kommunikation. 
Diese zweipolige Ausrichtung ging und geht noch manchmal mit Herausforderungen, mentalen, tief emotionalen und körperlichen Prozessen einher. Auch wenn es mit den Jahren immer leichter und runder wird, sehe ich prinzipiell keinen Sinn darin innerlich irgendwo stehen zu bleiben. Ich erlebe bei mir nach wie vor einen liebevollen aber konsequenten Drang in Richtung weitere Vertiefung, Verfeinerung und ständigem Hinschauen bei mir selbst, den ich aber nicht mehr als ichhaft wahrnehme.
Für mich geht es nicht darum ein "Aufgewachter", Heiliger oder perfekter Mensch ohne Fehler zu sein, was ich ohnehin für unmöglich halte, sondern darum, mein Menschsein so gut wie möglich mit der göttlichen Natur des Universums zusammenzuführen, was konkret in jedem Moment etwas anderes bedeuten kann.

"Die wahre Natur ist das, was noch über alle Grenzen des möglichen hinaus existiert.
Sie war vor dem Anbeginn des Universums und wird noch nach seinem Ende sein. Und sie ist auch alles dazwischen. Zeige mir auch nur irgendetwas, dass nicht sie ist und ich gebe es auf mit der Erleuchtung."
Johan